Kontrolle von Einleitstellen: neue Gewässerschutzaufgabe für Limeco

Das Team Abwasserwirtschaft von Limeco an einer Schulung direkt an der Reppisch
Limeco kontrolliert neu regelmässig Einleitstellen aus Regenüberlaufbecken im Einzugsgebiet, um die Auswirkungen von Mischabwasser auf die Gewässer zu untersuchen.
Darum gehts

Limeco übernimmt die systematische Kontrolle von Einleitstellen, an denen Mischabwasser bei Starkregen in Bäche und Flüsse gelangt. Das Team wurde 2025 nach VSA-Richtlinien geschult, um Verschmutzungsspuren zu erkennen. Die Kontrollen ergänzen die bestehende Abwasserreinigung und stärken den Gewässerschutz im Limmattal.

Die zunehmend extremen Niederschläge bringen die Kanalisation und die Abwasserreinigung immer öfter an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Folge: Überschüssiges Mischabwasser fliesst ungereinigt in Bäche und Flüsse. An einer Schulung lernte das Team Siedlungsentwässerung von Limeco, die Auswirkungen solcher Entlastungen zu beurteilen und systematisch zu erfassen.

Steigende Bevölkerungszahlen und zunehmender klimawandelbedingter Starkregen bringen mehr Schmutzabwasser und Regenwasser in die Entwässerungssysteme. Was das System nicht mehr aufnehmen kann, fliesst als Mischabwasser ungereinigt in Bäche und Flüsse. Mit einer gezielten Überwachung der Einleitstellen analysiert Limeco die Auswirkungen auf die Gewässer.

Neue Massnahme für den Gewässerschutz

In ihrer Rolle als Gesamtkoordinatorin der Entwässerungsplanung GEP/VGEP im Limmattal führt Limeco Gewässer-Funktionskontrollen gemäss der VSA-Richtlinie «Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter» durch, bei Einleitstellen aus Regenüberlaufbecken im Einzugsgebiet der ARA.

Das nötige Praxiswissen holte sich das Team Siedlungsentwässerung von Limeco im Mai 2025 an einer Schulung direkt an der Reppisch. Unter dem Motto «Blick ins Gewässer» zeigten Spezialisten des Umweltbüros AQUAplus, woran man erkennt, dass Mischabwasser in ein Gewässer gelangt. Zudem ging es darum, sichtbare Spuren wie Feststoffe aus der Siedlungsentwässerung oder Abwasserpilze zu finden sowie den Wasserzustand zu beurteilen und die Befunde systematisch zu dokumentieren. Mit dem neuen Praxiswissen kann Limeco künftig noch gezielter zum Gewässerschutz und zur Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben beitragen.

GEP/VGEP

Das Kürzel GEP/VGEP steht für zwei zentrale Instrumente in der Schweizer Siedlungsentwässerung: Während der Generelle Entwässerungsplan (GEP) die Siedlungsentwässerung auf Gemeindeebene regelt, koordiniert der Verbands-GEP (VGEP) diese Planung über mehrere Gemeinden hinweg. Beide Instrumente unterstützen den Gewässerschutz, indem sie den Zustand der Infrastruktur erfassen, Handlungsbedarf aufzeigen, Optimierungspotenzial nutzen und nötige Massnahmen für das Entwässerungssystem und deren Umsetzung zeitlich festlegen.

VSA

Der VSA ist der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute. Die führende Fachorganisation in der Schweiz für Gewässerschutz, Abwasserreinigung und Siedlungsentwässerung, die Aus- und Weiterbildungen anbietet, Standards setzt und Interessen vertritt.

«Indem wir Einleitstellen in Bäche und Flüsse gezielt überwachen, haben wir eine gut dokumentierte Grundlage, um noch wirksamer zum Gewässerschutz und zur Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben beizutragen.»

Thomas Di Lorenzo, Leiter Abwasserwirtschaft bei Limeco