Revision: Logistische Meisterleistung mit vereinten Kräften

Spektakulär und selten: Ausbau der Stromturbine in der KVA von Limeco
Darum gehts

Bei der KVA-Revision 2025 hat Limeco beide Ofenlinien gleichzeitig abgestellt. 188 externe Fachkräfte führten drei Wochen lang Wartungsarbeiten aus — darunter Schweissarbeiten unter Extrembedingungen und eine Kaminbefahrung auf 85 Metern Höhe. Erstmals seit 20 Jahren wurde die Stromturbine ausgebaut.

Mit der jährlichen Revision der Kehrichtverwertungsanlage (KVA) stellt Limeco sicher, dass Abfallverwertung und Fernwärmeversorgung im Limmattal gewährleistet sind und die Anlage das kommende Betriebsjahr verlässlich bewältigt.

Die Revision der KVA ist zentral, um den Entsorgungsauftrag und die Fernwärmelieferung sicherzustellen. Denn jeder ungeplante Stillstand beeinträchtigt sowohl die Abfalllogistik wie auch die Versorgung. Deshalb sorgt Limeco im Rahmen der Revision dafür, dass alle relevanten Anlagekomponenten bis zur nächsten Revision – also für mindestens ein Jahr – möglichst stabil laufen. Übers Jahr fliessen Erkenntnisse aus Betrieb, Inspektionen und Messungen fortlaufend ein. Gleichzeitig richtet Limeco die Instandhaltung an der Langfristplanung bis zum Ersatzneubau 2034 aus: Elemente, deren Lebensdauer bis 2034 ausreicht, werden nicht mehr umfassend erneuert.

Umfang und Ablauf der diesjährigen Arbeiten

Die Revision 2025 umfasste zahlreiche Arbeiten, die nur im Stillstand möglich sind: Reparaturen, Ausbesserungen, Austausch verschlissener Teile sowie sicherheitsrelevante Prüfungen. Um gemeinsame Anlagenteile wie Turbine, Kamin und Armaturen im Wasserdampfkreislauf zu revidieren, war ein «Doppelabsteller» nötig: Beide Ofenlinien waren eine Woche lang gleichzeitig ausser Betrieb. Dadurch verkürzte sich die Gesamtzeit der Revision von üblicherweise vier auf drei Wochen.

«Mit der Revision stellen wir sicher, dass alle relevanten Anlagekomponenten bis zur nächsten Revision möglichst stabil laufen. Gleichzeitig richten wir uns an der Langfristplanung bis zum Ersatzneubau aus: Elemente, deren Lebensdauer bis 2034 ausreicht, werden nicht mehr umfassend erneuert.»

Rebecca Rass, Leiterin Thermische Verwertung bei Limeco

Die vielen parallel ausgeführten Arbeiten erforderten eine präzise Koordination mit klarer Zuweisung der Arbeitsbereiche. Logistik, Materialbeschaffung, Infrastruktur, Aufenthaltsräume und Verpflegung mussten gut organisiert sein, denn in Spitzenzeiten waren neben dem Revisionsteam von Limeco 188 externe Fachkräfte vor Ort. Von schwergängigen Ventilen über unerwartete Defekte bis hin zu Schäden, die erst nach dem Abkühlen sichtbar werden: Trotz sorgfältiger Planung gab es auch 2025 Unvorhergesehenes, das es zusätzlich innerhalb des engen Zeitfensters zu beheben galt.

Die vielen parallel ausgeführten Arbeiten erforderten eine präzise Koordination mit klarer Zuweisung der Arbeitsbereiche.
Neben dem Revisionsteam von Limeco waren 188 externe Fachkräfte vor Ort.
Die Revision umfasste zahlreiche Arbeiten, die nur im Stillstand möglich sind: Reparaturen, Ausbesserungen, Austausch verschlissener Teile sowie sicherheitsrelevante Prüfungen.
Limeco sorgt im Rahmen der Revision dafür, dass alle relevanten Anlagekomponenten bis zur nächsten Revision – also für mindestens ein Jahr – möglichst stabil laufen.

Besondere Schwerpunkte und Herausforderungen

Ein zentrales Element war der Ausbau der Turbine, die Strom produziert – ein Eingriff, der letztmals vor rund 20 Jahren erfolgt war. Limeco verzichtete bewusst auf eine Komplettrevision der Turbine, da ein möglicher Umbau zur Steigerung der Fernwärmeauskopplung geprüft wird. Hinzu kam die aufwändige Kaminbefahrung: Ein Spezialist wurde per Kran auf 85 Meter Höhe transportiert und im Innern des Kamins abgeseilt, um ausgebrochene Fugen und Mauerwerk zu reparieren. Diese Arbeiten wurden im Vorfeld bis ins Detail mit Auftragnehmern und der Suva geplant, inklusive Sicherheits- und Notfallszenarien.

Der Doppelabsteller brachte auch Herausforderungen für das Abfallmanagement. Es war besonders wichtig, den Bunkerstand, die Abfallballierung sowie die teilweise Absteuerung von Marktkehricht zu managen, um für Limeco und die Einlieferer eine möglichst planbare und optimierte Abfallentsorgung sicherzustellen. Der gepresste Abfall wird übrigens bei Limeco direkt vor Ort gelagert, wo er zur Versorgungssicherheit im Winter beiträgt, wenn die angelieferte Abfallmenge sinkt und gleichzeitig der Energiebedarf steigt.

Aufwändige Kaminbefahrung: Ein Spezialist wurde per Kran auf 85 Meter Höhe transportiert und im Innern des Kamins abgeseilt.

Nach der Revision ist vor der Revision

Nach jeder Revision folgen die Auswertung sowie die Priorisierung und Detailplanung für das kommende Jahr. Da die heutige KVA noch rund zehn Jahre in Betrieb bleibt, wird Limeco künftig vermehrt situativ entscheiden müssen, welche Teile zu erneuern sind und welche bis zum Ersatzneubau in Betrieb bleiben. Dass mit zunehmendem Alter Ersatzteile schwieriger verfügbar sind und Leckagen und ungeplante Stillstände auftreten können, lässt sich kaum vermeiden. Umso wichtiger ist es, dass das Team von Limeco die Anlage auch unter dem Jahr laufend überprüft.