Revision: Logistische Meisterleistung mit vereinten Kräften
Darum gehts
Bei der KVA-Revision 2025 hat Limeco beide Ofenlinien gleichzeitig abgestellt. 188 externe Fachkräfte führten drei Wochen lang Wartungsarbeiten aus — darunter Schweissarbeiten unter Extrembedingungen und eine Kaminbefahrung auf 85 Metern Höhe. Erstmals seit 20 Jahren wurde die Stromturbine ausgebaut.
Mit der jährlichen Revision der Kehrichtverwertungsanlage (KVA) stellt Limeco sicher, dass Abfallverwertung und Fernwärmeversorgung im Limmattal gewährleistet sind und die Anlage das kommende Betriebsjahr verlässlich bewältigt.
Umfang und Ablauf der diesjährigen Arbeiten
«Mit der Revision stellen wir sicher, dass alle relevanten Anlagekomponenten bis zur nächsten Revision möglichst stabil laufen. Gleichzeitig richten wir uns an der Langfristplanung bis zum Ersatzneubau aus: Elemente, deren Lebensdauer bis 2034 ausreicht, werden nicht mehr umfassend erneuert.»
Rebecca Rass, Leiterin Thermische Verwertung bei Limeco
Besondere Schwerpunkte und Herausforderungen
Ein zentrales Element war der Ausbau der Turbine, die Strom produziert – ein Eingriff, der letztmals vor rund 20 Jahren erfolgt war. Limeco verzichtete bewusst auf eine Komplettrevision der Turbine, da ein möglicher Umbau zur Steigerung der Fernwärmeauskopplung geprüft wird. Hinzu kam die aufwändige Kaminbefahrung: Ein Spezialist wurde per Kran auf 85 Meter Höhe transportiert und im Innern des Kamins abgeseilt, um ausgebrochene Fugen und Mauerwerk zu reparieren. Diese Arbeiten wurden im Vorfeld bis ins Detail mit Auftragnehmern und der Suva geplant, inklusive Sicherheits- und Notfallszenarien.
Der Doppelabsteller brachte auch Herausforderungen für das Abfallmanagement. Es war besonders wichtig, den Bunkerstand, die Abfallballierung sowie die teilweise Absteuerung von Marktkehricht zu managen, um für Limeco und die Einlieferer eine möglichst planbare und optimierte Abfallentsorgung sicherzustellen. Der gepresste Abfall wird übrigens bei Limeco direkt vor Ort gelagert, wo er zur Versorgungssicherheit im Winter beiträgt, wenn die angelieferte Abfallmenge sinkt und gleichzeitig der Energiebedarf steigt.
Nach der Revision ist vor der Revision
Nach jeder Revision folgen die Auswertung sowie die Priorisierung und Detailplanung für das kommende Jahr. Da die heutige KVA noch rund zehn Jahre in Betrieb bleibt, wird Limeco künftig vermehrt situativ entscheiden müssen, welche Teile zu erneuern sind und welche bis zum Ersatzneubau in Betrieb bleiben. Dass mit zunehmendem Alter Ersatzteile schwieriger verfügbar sind und Leckagen und ungeplante Stillstände auftreten können, lässt sich kaum vermeiden. Umso wichtiger ist es, dass das Team von Limeco die Anlage auch unter dem Jahr laufend überprüft.



