Neue Herausforderungen und wichtige Schritte für die Zukunft

Patrik Feusi ist Geschäftsführer von Limeco

Das Geschäftsjahr 2025 forderte uns in allen Bereichen, während wir gleichzeitig wichtige Schritte für die Zukunft von Limeco machen konnten. Dazu gehörten insbesondere die öffentliche Ausstellung zum Architekturwettbewerb LEZ Anfang Jahr, die Finalisierung des kantonalen Gestaltungsplans und die konsensfähige Revision des neuen Anstaltsvertrags.

Limeco läuft konstant und mit viel Dynamik in jedem Bereich – das war 2025 über das gesamte Unternehmen spürbar. Dass wir wiederum auf ein gutes Geschäftsjahr zurückblicken dürfen, liegt zu grossen Teilen an unseren Mitarbeitenden, die jeden Tag vollen Einsatz geben.

Stark beschäftigt hat uns das Vorprojekt zum Limmattaler Energiezentrum LEZ, das 2025 in die Endphase kam. Was sich bereits abgezeichnet hatte, bestätigte sich im Jahresverlauf: Die Kosten sind höher als ursprünglich budgetiert. Entsprechend sind wir jetzt gefordert, sinnvolles Optimierungs- und Einsparungspotenzial auszumachen.

Erfreulich verliefen die Arbeiten rund um den kantonalen Gestaltungsplan: Nach der Vorprüfung durch den Kanton konnte der Gestaltungsplan bis Ende 2025 finalisiert werden. Die öffentliche Auflage startete im Januar 2026 mit einer Frist bis Ende März.

Ein weiteres Highlight – und eine zentrale Voraussetzung für unsere künftige Arbeit – ist der neue Anstaltsvertrag: Wir sind zuversichtlich, dass wir mit der Revision des bestehenden Entwurfs nun eine Lösung gefunden haben, zu der alle Trägergemeinden ihre Zustimmung geben können. Das schafft eine gute Grundlage, um uns gemäss unserer Vision weiterzuentwickeln: Bis 2050 ist das ganze Limmattal mit CO2-neutraler Energie versorgt.

Limmattaler Energiezentrum

«Wir brauchen heute Langzeitperspektiven für den künftigen Kapazitätsbedarf.»

2024 starteten wir das Vorprojekt für LEZ, das im Frühling 2026 abgeschlossen wird. Bereits im Januar 2025 präsentierten wir aus dem im Vorjahr durchgeführten Architekturwettbewerb in einer öffentlichen Ausstellung alle Projekte und Entwürfe für die neue Kehrichtverwertungsanlage (KVA) und die neue Abwasserreinigungsanlage (ARA.) Das Interesse war gross und die breite Öffentlichkeit nahm das Siegerprojekt wohlwollend auf.

Neben dem Architekturwettbewerb, dem Vorprojekt und dem Gestaltungsplan war das Projektteam LEZ intensiv mit Anpassungen, zeitlichen Verschiebungen und Kostendiskussionen gefordert, wie sie bei komplexen Bauprojekten üblich sind. Gerade ein grosses Infrastrukturprojekt wie LEZ – in einem sehr dicht besiedelten Raum mit vielen verschiedenen Anspruchsgruppen – erfordert besondere Flexibilität. Zudem gab es wichtige Entscheidungen zu fällen, die den künftigen Arbeitsalltag vieler Mitarbeitenden betreffen. Dazu gehört beispielsweise der Standort des Recyclinghofs oder des Kommandoraums. Das Projektteam brachte sich engagiert in die Diskussionen ein und es war erfreulich zu sehen, dass die Zusammenarbeit hervorragend funktioniert und neben ihrem Daily Business alle einen super Job machen.

Dass die Kosten gegenüber dem Budget höher ausfallen als ursprünglich angenommen, ist zu einem grossen Teil auf die Bauteuerung nach der Corona-Pandemie zurückzuführen. Dazu kommt, dass der Mitwirkungsprozess, den wir bewusst breit abgestimmt geführt hatten, Begehrlichkeiten von allen Seiten weckte. Dennoch gilt: Um LEZ «enkeltauglich» zu bauen, dürfen wir aus Kostengründen nicht überall Abstriche machen. Wir müssen bereits heute Langzeitperspektiven berücksichtigen. Das heisst beispielsweise, dass es zu einem späteren Zeitpunkt möglich sein muss, bei laufendem Betrieb eine Ofenlinie zu ersetzen. Dafür müssen wir in der Planung heute die Weichen stellen.

Erneuerbare Energien

«Eine Erfolgsgeschichte, die uns freut, aber auch intensiv fordert.»

2025 haben wir unser Regiowärmenetz weiter ausgebaut – Ende Jahr waren insgesamt 74,3 Trasse-Kilometer Versorgungsleitungen verlegt (10,8 Kilometer mehr als 2024) und 576 Hausanschlüsse mit einem Gesamtenergieabsatz von 173 GWh in Betrieb. Die theoretische Einsparung durch die Nutzung von Fernwärme anstelle fossiler Brennstoffe beträgt im Berichtsjahr 58’300 Tonnen CO2. Vermeiden konnten wir somit 323 Heizöltransporte mit einem Tankvolumen von 22’000 Litern.

Grafik aus dem Geschäftsbericht 2025 von Limeco: Energieentwicklung der Erneuerbaren Energien (Regiowärme) von 2016 bis 2025

2025 hat sich eindrücklich bestätigt: Unser Produkt Regiowärme ist nach wie vor gefragt – wir sind dem Businessplan voraus und konnten im Berichtsjahr Verträge für 131 Hausanschlüsse abschliessen. Damit wir für die grosse Nachfrage gerüstet sind, haben wir die Abteilung Ausführung mit einem zusätzlichen Mitarbeitenden verstärkt. Zusätzlich schritt die Digitalisierung des gesamten Bereichs Erneuerbare Energien voran. Um unsere Effizienz weiter zu steigern, haben wir ein Tool für die Wartung und Instandhaltung eingeführt. Damit läuft der gesamte Prozess bis zur Rechnungsstellung – inklusive Checklisten und Protokoll für die Kundschaft – durchgängig digital.

Thermische Verwertung

«In kürzester Zeit haben wir den Sprung unter die Top 3
KVA der Schweiz erreicht.»

Insgesamt verwerteten wir im Berichtsjahr 91’995 Tonnen Abfall. Der Rückgang um fast 2% ist hauptsächlich der Abschaltung beider Ofenlinien für die Revision 2025 geschuldet. Die KVA und ihre Zusatzquellen koppelten 2025 trotzdem erneut eine Rekordmenge von 191’476 MWh für die Fernwärme aus.

Tabelle aus dem Geschäftsbericht 2025 von Limeco: Veränderung der Kehrichtanlieferungen (Thermische Verwertung, KVA) zum Vorjahr

Der Höhepunkt im Bereich Thermische Verwertung war die Revision der KVA im Herbst 2025. Die jährliche Revision ist essenziell, damit wir unseren Entsorgungsauftrag und die Wärmelieferung sicherstellen können. Im Berichtsjahr standen zahlreiche Arbeiten an, die nur im Stillstand möglich sind. Um gemeinsame Anlagenteile wie Turbine, Kamin und Armaturen im Wasserdampfkreislauf zu revidieren, war ein «Doppelabsteller» nötig: Anders als bei «normalen» Revisionen waren beide Ofenlinien eine Woche lang gleichzeitig ausser Betrieb. Die vielen parallel ausgeführten Arbeiten erforderten eine präzise Koordination mit klarer Zuweisung der Arbeitsbereiche, waren doch neben dem Revisionsteam von Limeco 188 externe Fachkräfte vor Ort.

Ein zentrales Element der Revision 2025 war der Ausbau der Turbine, die Strom produziert – ein Eingriff, der letztmals vor rund 20 Jahren nötig war. Hinzu kam die aufwändige Kaminbefahrung, bei der ein Spezialist in einer am Kran befestigten Kabine auf 85 Meter Höhe transportiert wurde, um ausgebrochene Fugen und Mauerwerk zu reparieren.

Der Doppelabsteller forderte uns auch hinsichtlich Abfallmanagement. Um für Limeco und die Abfalleinlieferer eine möglichst planbare und optimierte Abfallentsorgung sicherzustellen, behielten wir den Bunkerstand, die Abfallballierung sowie die teilweise Absteuerung von Marktkehricht genau im Auge. Der gepresste und ballierte Abfall, den wir direkt bei uns auf dem Areal lagern, trägt zur Versorgungssicherheit im Winter bei, wenn die angelieferte Abfallmenge sinkt und gleichzeitig der Energiebedarf steigt. Im Herbst 2025 ballierten wir 2326 Tonnen Abfall zu insgesamt 3149 Ballen. Damit würden die beiden Öfen der KVA bis zu neun Tage voll ausgelastet brennen und die gewonnenen 1100,9 Megawattstunden Energie könnten den jährlichen Strombedarf von rund 500 Zwei-Personen-Haushalten decken.

Was mich persönlich sehr gefreut hat, waren die KVA-Zahlen 2024, die im Geschäftsjahr 2025 vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) publiziert wurden. Erfasst wurde die ökologische Leistung mit der Gesamtökologie-Bewertung für KVA, kurz Öko-Tool. Dieses Tool weist zusätzlich zur Energetischen Netto-Effizienz (ENE) auch CO2-Äquivalente und Umweltbelastungspunkte (UBP) aus. Im Jahr 2024 zeigt das Tool für Limeco 36 CO2-Äquivalente pro Tonne Abfall und die Umweltbelastungspunkte liegen bei minus 230’000 UBP pro Tonne Abfall. Das heisst unter dem Strich: Limeco weist eine erfreulich positive Umweltbilanz aus!

Während wir vor zehn Jahren im schweizweiten Vergleich noch im hinteren Mittelfeld lagen, waren wir 2024 hinter Zürich und Basel die dritteffizienteste KVA der Schweiz. Dieser Sprung ist einerseits dem grossen Einsatz unserer Mitarbeitenden zu verdanken, andererseits haben wir einen sehr guten Planer an unserer Seite. Spätestens jetzt dürften auch unsere Kritiker merken: Limeco ist nicht irgendeine «Güsel-Anlage», sondern gehört zu den Top 3 KVA der Schweiz.

Abwasserwirtschaft

«Das Reallabor der Eawag zeigt: Das Limmattal wird
wird zu einer Modellregion in der Schweiz.»

2025 reinigte unsere ARA 12,5 Millionen Kubikmeter Mischabwasser, was einer durchschnittlichen Tagesmenge von 34’208 Kubikmetern pro Tag entspricht. Gegenüber dem niederschlagsintensiven Vorjahr sind das insgesamt 2,3 Milliarden Liter Abwasser weniger. Die geringeren Mischabwassermengen führen zu höheren Aufenthaltszeiten in den Becken und somit zu einer besseren Reinigungsleistung.

Tabelle aus dem Geschäftsbericht 2025 von Limeco: Reinigungsleistung der Abwasserwirtschaft (ARA) von 2023 bis 2025

Mein persönliches Jahres-Highlight im Bereich Abwasserwirtschaft: Die Eawag hat das Limmattal als Standort für das Blue Nexus Lab ausgewählt, ein Reallabor für Wasser und Klimaanpassung. Damit wird das Limmattal zu einem Leuchtturm der Schweiz für Massnahmen in den Bereichen blaugrüne Infrastruktur und Schwammstadt. Ich bin überzeugt, dass wir in den nächsten zehn Jahren Erkenntnisse gewinnen, von denen nicht nur unsere Trägergemeinden, sondern die ganze Schweiz profitieren werden. Denn das Reallabor bietet alle Rahmenbedingungen, um Projekte praxisnah durchzuführen und Lösungen für verschiedene Herausforderungen zu entwickeln.

Als Schnittstelle zwischen der Eawag und den Trägergemeinden bietet Limeco vielseitige Unterstützung für die Gemeinden. So hilft unser Betriebsteam Abwasserwirtschaft auf Wunsch bei Arbeiten vor Ort, das Team Siedlungsentwässerung koordiniert die verschiedenen Akteure und Aufgaben und unsere Kommunikationsabteilung stellt eine klare, einheitliche Kommunikation sicher.

Ansonsten ist die ARA trotz Sanierungsarbeiten im Elektrotechnikbereich und der mechanischen Reinigungsstufe robust unterwegs. Wir konnten offene Stellen besetzen und haben den geplanten Mitarbeiterbestand mit einem tollen Teamspirit erreicht. Damit verfügen wir über die personellen Ressourcen, um wichtige Themen wie LEZ und Schwammstadt aktiv zu bearbeiten. Limeco ist dafür ideal aufgestellt: Mit unserem grossen Einzugsgebiet und der Zusammenarbeit mehrerer Gemeinden können wir ganzheitlich denken und übergreifende Lösungen entwickeln. Die Potenzialanalyse Schwammstadt, die wir 2024 durchgeführt haben, zeigt: Das Potenzial ist gross und der Nutzen für das ganze Limmattal vielseitig. Unser Ziel ist es nun, die Grundlagen für ein gemeinsames Vorgehen im ganzen Einzugsgebiet zu erarbeiten.

Personalwesen

«Wir wollen nicht weiter wachsen, sondern Prozesse und
Strukturen schaffen, in denen alle optimal arbeiten können.»

Mit einem Personalbestand von mittlerweile über 100 Mitarbeitenden haben wir als Unternehmen eine gute Grösse erreicht. Der Wandel und das Wachstum von Limeco sowie die zusätzliche Dynamik durch LEZ prägten unseren Alltag auch 2025. Gleichzeitig verzeichneten wir weniger Fluktuation – man könnte sagen, es ist eine «organisatorische Ruhe» eingekehrt. Unser Ziel ist nicht, weiter zu wachsen, sondern vielmehr zu konsolidieren und Strukturen zu schaffen, in denen alle optimal und effizient arbeiten können. Dazu gehören auch flexible Arbeitszeitmodelle, Teilzeitarbeit und Homeoffice.

Die zentralen Dienste sind neu organisiert und wir haben die 2024 initiierte Digitalisierung von HR-internen Prozessen konsequent weitergeführt. Heute sind sämtliche Personaldossiers digitalisiert und das Bildungsmanagement ist in Abacus abgebildet. So wissen wir genau, wer welche Ausbildung abgeschlossen hat und wo eine Auffrischung nötig ist.

Ein Thema, das unser HR auch 2025 beschäftigte und Limeco sowie die gesamte Branche wohl weiter beschäftigen wird, ist der Fachkräftemangel. Gerade bei spezifischen Funktionen wie Anlagenführer*in oder Klärwerkfachperson wird es zunehmend schwieriger, ausgebildete Fachleute zu finden. Um uns als Arbeitgebermarke sichtbarer zu machen und zu differenzieren, haben wir verschiedene Kommunikationsmassnahmen lanciert und unser Benefitpaket für Mitarbeitende weiter ausgebaut.

Tabelle aus dem Geschäftsbericht 2025 von Limeco: Entwicklung der Mitarbeitenden (FTE und HC) von 2023 bis 2025

Sicherheit und Qualitätsmanagement

«Gute Noten in Sicherheitsaudits zeigen: Unsere
konsequenten Investitionen tragen Früchte.»

Wie jedes Jahr waren Sicherheit und Qualität im Betrieb auch 2025 ein zentrales Thema. Wir investierten speziell in den Bereich Unfallprävention und Gesundheit, unter anderem mit anwendergerechten Schulungen zur Arbeitssicherheit. Weitere Fokusthemen waren der innerbetriebliche Transport von Gefahrgut mit Gabelstaplern sowie die Mitarbeitenden-Ausbildung zum Thema grundlegende lebenserhaltende Massnahmen automatisierter externer Defibrillator (BLS/AED). Bewusst und ohne Verpflichtung haben wir neu drei Betriebssanitäter*innen statt wie bisher einen im Unternehmen.

Entscheidend sind eine klare Kommunikation und die Einhaltung der Arbeitssicherheitsbestimmungen nicht nur bei der täglichen Arbeit, sondern insbesondere während Revisionen, bei der neben unseren Mitarbeitenden viel Fremdpersonal vor Ort ist. Mit aussergewöhnlichen Ereignissen wie dem Ausbau der Turbine und dem Doppelabsteller forderte uns die Revision der KVA 2025 auch punkto Sicherheit.

Die Sicherheit in der ARA überzeugte: Arbeitssicherheitsexperten vom AEH Zentrum für Arbeitsmedizin sprachen den Mitarbeitenden ein grosses Lob aus. Auch in der KVA wurden anlässlich des Sicherheitsaudits der ASi VBSA unsere Sicherheitsanstrengungen sehr positiv beurteilt; notwendige Korrekturen werden zeitnah umgesetzt. Wie wichtig die Arbeitssicherheit ist und dass trotz aller Vorkehrungen ein Restrisiko bleibt, führte uns ein schwerer Arbeitsunfall im Herbst 2025 vor Augen. Glücklicherweise schreitet der Heilungsprozess des betroffenen Mitarbeiters voran und er ist mittlerweile auf dem Weg zur Besserung.

Im Bereich Qualitätsmanagement erhielten wir 2025 dank unserem beachtlichen ENE-Wert und unserer nachhaltigen Betriebsweise erneut das Zertifikat «naturemade resources star».

Finanzen

«Limeco ist in allen Geschäftsbereichen solide unterwegs.»

Das Betriebsergebnis 2025 ist wiederum über das ganze Unternehmen positiv – wir konnten vor allem dank der sehr dynamischen Entwicklung von Limeco Regiowärme CHF 9,6 Millionen dem Eigenkapital zuweisen. Das ist besonders erfreulich, da jeder Franken Eigenkapital für die anstehenden Grossprojekte im Rahmen von LEZ wichtig ist.

Während sich die sinkenden Zinsen im Vorjahr nur marginal auf die Jahresrechnung auswirkten, profitier­ten wir 2025 von sehr guten Refinanzierungen. Nach wie vor verzeichnen wir hohe Nettoinvestitionen von über CHF 31 Millionen, hauptsächlich für den planmässigen Ausbau unseres Regiowärmenetzes, für das Projekt LEZ sowie für die Kanalsanierung Schönenwerd.

Unser Geschäftsbereich Abwasserwirtschaft erwirtschaftet per se geringe Einnahmen, weil die Dienst­leistungen hier nicht direkt fakturiert werden. Da der Gesamtaufwand gegenüber dem Budget tiefer ausgefallen ist, lagen die nötigen Betriebskostenbeiträge der Gemeinden um rund CHF 1 Million unter dem Budget.

Tabelle aus dem Geschäftsbericht 2025 von Limeco: Entwicklung der Betriebskostenbeiträge Abwasserwirtschaft 2023 bis 2025

Im Geschäftsbereich Thermische Verwertung verzeichneten wir höhere Einlagen ins Eigenkapital als budgetiert. Das zunehmende Alter der KVA führt immer häufiger zu Schäden – 2025 mussten wir die Anlage zweimal wegen Leckagen herunterfahren, was sich negativ auf die Erträge auswirkte. Trotzdem konnte der Aufwand für Reparaturen entgegen der Budgetierung auf Vorjahresniveau gehalten werden. Positiv wirkten sich die höheren Erträge durch thermische Energie aus: Total fliessen rund CHF 4,9 Millionen ins Eigenkapital.

Im Geschäftsbereich Erneuerbare Energien konnten wir trotz der grossen Nachfrage nach Regiowärme und entsprechend hohen Wärmeerträgen, die höher waren als budgetiert, das geplante Ergebnis nicht ganz erreichen. Grund sind die wesentlich höheren Kosten für die Wärmeerzeugung während der Revision der KVA. Die Nettoinvestitionen für die Erweiterungen des Regiowärmenetzes betrugen rund CHF 14,3 Millionen; insgesamt liegen die Wärmeerträge rund CHF 3,6 Millionen über dem Vorjahreswert. Zusätzlich kommt der Zinseffekt zum Tragen – budgetiert war 1%, effektiv aufgenommen wurde zu 0,5%. Auch auf die Kostenstelle Liegenschaften für Ersatzneubauten wirkte sich der bessere Zins positiv aus.

Um die Prozesse und Abläufe im Bereich Finanzen weiter zu optimieren und das Projekt-Controlling zu vertiefen, haben wir das Team Finanzen mit einer Finanzspezialistin sowie einem Projekt- und Businesscontroller verstärkt. Gleichzeitig entlasten wir so unseren Finanzchef und haben mehr Ressourcen, um in enger Zusammenarbeit mit dem Projektteam die Business Cases für LEZ zu rechnen.

«Unsere Vision lebt und wir gehen mit einem bestens eingespielten Team und starken Kooperationen in die Zukunft.»

Auf dem Weg hin zu unserer Vision setzen wir in allen Bereichen auf sinnvolle Kooperationen. Neben der Zusammenarbeit mit der Eawag rund um das Reallabor ist die Vereinbarung mit der Firma Obrist ein weiteres nachhaltiges Beispiel: Nach dem Anliefern des Abfalls lädt die Firma ihre E-Lastwagen über Nacht direkt an unseren LKW-Ladestationen auf. Im Rahmen der nationalen Kunststoffabfallsammlung bieten wir Hand, indem wir für die interessierten Trägergemeinden die Ausarbeitung der Konzessionsverträge und teilweise das Reporting übernehmen.

Eine weitere Kooperation sind wir 2025 mit der Energie 360° AG eingegangen, die einen mit einer Holzschnitzelfeuerung betriebenen Wärmeverbund in Urdorf aufbaut, um gerade in der warmen Jahreszeit überschüssige Abwärme unserer KVA sinnvoll zu nutzen. Was wir nicht für unsere Regiowärme-Kundschaft brauchen, geben wir weiter. Das schont Ressourcen, weil Energie 360° – abhängig von der Temperatur und dem saisonalen Bedarf – flexibel zwischen Holzschnitzeln und KVA-Abwärme wechseln und so eine klimafreundliche Wärmeversorgung sicherstellen kann. Durch diese Zusammenarbeit lassen sich im Energieverbund Urdorf über 100 Gebäude beziehungsweise mehr als 1500 Haushalte mit sicherer, sauberer und umweltfreundlicher Wärme von Limeco versorgen.

Dass uns Nachhaltigkeit generell wichtig ist, unterstreichen wir – nach der Premiere 2024 – mit dem zweiten Limeco Nachhaltigkeitsbericht. Der Bericht liefert ein Gesamtbild des Unternehmens und hilft uns, Potenzial systematisch zu erkennen. Auch ohne spezifisches Management gewinnen wir bereits wichtige Erkenntnisse und sehen, wohin wir punkto Nachhaltigkeit steuern und wo wir künftig Schwerpunkte legen wollen.

Trotz – oder gerade wegen – der mannigfaltigen Herausforderungen hat das Geschäftsjahr 2025 gezeigt: Die Vision von Limeco lebt. Der neue Anstaltsvertrag, der hoffentlich von allen Trägergemeinden genehmigt wird, ist eine gute Voraussetzung dafür, dass unsere Vision den rechtlichen Rahmen bekommt. Und mit dem Generationenprojekt LEZ wird sich zeigen, was wir heute konkret umsetzen können – für eine lebenswerte Zukunft im Limmattal.

Patrik Feusi